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Publikation Nr. 1305 - Details

Struktur-Lege-Technik (SLT) – eine Dialog-Konsens-Methode zur Erfassung subjektiver Theorien von Lehrerinnen und Lehrern.

Horn, M. & Schweizer, K. (2015). Struktur-Lege-Technik (SLT) – eine Dialog-Konsens-Methode zur Erfassung subjektiver Theorien von Lehrerinnen und Lehrern., eographiedidaktische Forschungsmethoden (S.65-85). Berlin: Lit Verlag.
Sammelband




Abstract
GROEBEN (1988) beschreibt subjektive Theorien als ein Aggregat aktualisierbarer Kognitionen der Selbst- und Weltsicht. Strukturell entsprechen diese den sogenannten objektiven (wissenschaftlichen) Theorien und erfüllen die Funktionen der Erklärung, der Prognose und der Anwendung von Wissen. Bezogen auf den Unterricht, stellen subjektive Theorien von Lehrerinnen und Lehrern komplexe Aggregate bewusster und unbewusster Überzeugungen zu grundlegenden Fragen des Lehrens und Lernens dar. Lehrerinnen und Lehrer verfassen Hypothesen (Wenn-Dann-Sätze) über die Lernprozesse der Schülerinnen und Schüler oder über störendes Verhalten während des Unterrichts auf der Grundlage ihrer subjektiven Theorien. Dies geschieht meist unbewusst (FUSSANGEL 2008; SEEBER 2011). Subjektive Theorien stellen somit die Grundlage der Interpretation von Situationen und der Handlungsplanung dar und bestimmen letztendlich die Handlungsdurchführung. Der Erfassung subjektiver Theorien hat sich vor allem das FST (Forschungsprogramm subjektive Theorien) gewidmet und dazu die Dialog-Konsens-Methodik entwickelt (GROEBEN/SCHEELE 2000). Voraussetzung ist hierbei das epistemologische Subjektmodell, das folgende Eigenschaften des Menschen anerkennt: Sprach- und Kommunikationsfähigkeit, Reflexivität und (potenzielle) Rationalität (GROEBEN/SCHEELE 2000). Mit diesen Grundannahmen erfolgt sich die Erfassung subjektiver Theorien in zwei Teilschritten (vgl. SCHEELE 1988; GROEBEN 1992): Der erste Teilschritt (meist durch die Durchführung eines (halbstandardisierten) Interviews) dient der Erhebung von Kognitionsinhalten. Der zweite Teilschritt besteht in der Rekonstruktion der Struktur der Subjektiven Theorie. Dies geschieht beispielsweise, indem Relationen (wie Definitionen, Erklärungen, Beschreibungen oder Bewertungen) vorgegeben werden, mit deren Hilfe die Struktur der jeweiligen Subjektiven Theorie mit Hilfe von Kärtchen visualisiert werden kann (vgl. Heidelberger Struktur-Lege-Technik, SCHEELE/GROEBEN 1984). Die Einsatzmöglichkeiten der SLT und die Vor- und Nachteile der Dialog-Konsens-Methode in der geographiedidaktischen Forschung werden am Beispiel der subjektiven Theorien von Lehrpersonen zum kompetenzorientierten Geographieunterricht dargestellt. Literatur: FUSSANGEL, K. (2008): Subjektive Theorien von Lehrkräften zur Kooperation. Eine Analyse der Zusammenarbeit von Lehrerinnen und Lehrern in Lerngemeinschaften. Universität Wuppertal, Diss. GROEBEN, N. (1988): Explikation des Konstrukts 'Subjektive Theorie'.

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