Grundschulen mit bewegungs- und sporterzieherischem Schwerpunkt in Baden-Württemberg
Projektdauer:
01.09.07 bis 30.04.08
Kurzinhalt:
Die Aktion ”Schulsport Plus 1999/2000” in Nordrhein-Westfalen, die Initiative "Bewegte Schule” in Bayern, die Prämierung ”Bewegungsfreundlicher Schulen” in Thüringen wie aber auch die Einführung des Fächerverbunds Bewegung, Spiel und Sport an baden-württembergischen Grundschulen als auch die immer mehr werdenden „Grundschulen mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt“ (seit dem Schuljahr 2001/ 2002) hierzulande sind nur einige Beispiele und Anzeichen dafür, dass sich der schulsportliche Alltag in den Schulen der einzelnen Bundesländer Deutschlands im Aufbruch, in der Veränderung befindet. Es
besteht angesichts der veränderten Bewegungswelt von Kindern und den vielfach diskutierten gesundheitlichen Folgen daraus immer mehr die Einsicht und Initiativen, im Primarbereich dem Thema Bewegung und Sport im schulischen Rahmen einen ihm gebührenden Platz einzuräumen. Mit der Einführung des Fächerverbunds Bewegung, Spiel und Sport 2004 wurden alle Grundschulen aufgefordert, den Schülerinnen und Schülern neben dem auf 12 Stunden in der Kontingentstundentafel ausgewiesenen Grundschulsportpflichtunterricht in Ergänzung einen rhythmisierten Schultag mit zusätzlichen Bewegungsmöglichkeiten zu bieten. Die tägliche Bewegungszeit wie Bewegungspausen im Unterricht, bewegtes Lernen und bewegungsgerechte Räumlichkeiten wie Sitzmobiliar und anderes mehr sollen zum Standard baden-württembergischer Schulen werden. Mittels der Studie sollten überprüft werden, ob der formulierte Anspruch auch in der Realität des Schullebens
umgesetzt wird. Die Untersuchung fand an 21 Schulen der Schulamtsbezirke Freudenstadt und Calw statt. Dabei wurden von den im SA Freudenstadt vorhandenen 35 GS 8 zufällig ausgewählt, in Calw wurden 13 der 47 GS in die Erhebung einbezogen. Anhand schriftlicher Befragungen von Schulleiter/innen und Sportlehrkräften wurde zu den folgenden Aspekten ermittelt:
Ziele der Schulleiter/innenbefragung:
Erfassen der Schulstruktur
Darlegung der organisatorischen Gestaltung des Schulsports
Aufzeigen der Sportstättensituation der Schule
Schulsportprogramm
Ziele der Sportlehrkräftebefragung:
Fachausbildung, Alter, Geschlecht
Inhalte des Sportunterrichts
Sport-/Bewegungsmöglichkeiten an der Schule
Schulsportprogramm
Ergebnis:
Ergebnisse im Überblick: An den Schulen besteht in Ansätzen ein erweitertes Bewegungsangebot, welches vom Fächerverbund gefordert wird. Die festgeschriebenen Bewegungszeiten des Bewegungs-, Spiel- und Sportunterrichts liegen allerdings bei knapp unter drei Unterrichtsstunden pro Woche. Die Qualität des Bewegungs-, Spiel- und Sportunterrichts ist von der Qualifikation der Sportlehrkräfte abhängig. Der Anteil des fachfremd erteilten Unterrichts ist vor dem Hintergrund, dass pro Schule vier Fachkräfte im Mittel zur Verfügung stehen, zu hoch. Insbesondere organisatorische Behinderungen und Probleme sowie das favorisierte Klassenlehrerprinzip werden als Begründungen angeführt, können aber grundsätzlich nicht überzeugen. Um noch mehr Bewegung in diesen Fächerverbund zu bringen, müssen tägliche Bewegungszeiten fester Bestandteil des Schultages werden sowie ein Mehr als drei Unterrichtsstunden pro Woche umfassender Sportunterricht. Dieser muss von qualifizierten Sportlehrkräften erteilt werden. Sollten Schulen weiterhin am Klassenlehrerprinzip in der Grundschule beim Erteilen des Sportunterrichts festhalten wollen, ist zu empfehlen, diese Lehrkräfte durch inner- und außerschulische Weiterbildungen zu qualifizieren.
Projekt-ID:302 Forschungszentrum für Elementar- und Primarbildung • Fakultät 1 • SportwissenschaftErfasst von Ziroli, Sergio(Prof. Dr.) am 29.06.23 Zuletzt geändert von Ziroli, Sergio(Prof. Dr.) am 29.06.23